Der Sinn des Lesens

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Beyond the Cover

Etwa 80% von Rick Genests Körper sind tätowiert. Jetzt wirkte er in einem effektvollen Werbespot für  extra stark abdeckendes Make-up mit. Außerdem gibts noch einen schönen Querverweis auf Bücher… So bitteschön:

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Lebendige Objekte

Terry Border macht Kunst aus Gegenständen (und Nahrungsmitteln) des alltäglichen Lebens und schafft es dabei, diesen Dingen Leben einzuhauchen. Einfach brilliant!

His dreamjob

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Unser Zuhause

CARL SAGAN: YOU ARE HERE

A Pale Blue Dot

Einige von euch kennen diese Aufnahme und die dazugehörige Rede vielleicht schon. Ich habe sie gestern zufällig entdeckt und war sehr bewegt. Es ist hier ein kleiner heller Punkt im Nichts zu erkennen. Das sind wir: Die Erde. Aufgenommen am 14. Februar 1990 von der Voyager 1 aus einer Entfernung von 6,4 Billionen Kilometern. Im Anschluss ein bewegendes Video mit der Rede. Der O-Ton ist ein Exzerpt aus Carl Sagans A Pale Blue Dot. Ich füge die Transkription unterhalb des Videos ein.

Ich und mein Ego kommen mir plötzlich ganz klein und unwichtig vor…

Seht euch dieses Video an. Unbedingt.

Transkript:

From this distant vantage point the earth might not seem of any particular interest. But for us its´s different. Consider again that dot. That’s here. That’s home. That’s us. On it everyone you love, everyone you know, everyone you ever heard of, every human being who ever was, lived out their lives. The aggregate of our joy and suffering, thousands of confident religions, ideologies, and economic doctrines, every hunter and forager, every hero and coward, every creator and destroyer of civilization, every king and peasant, every young couple in love, every mother and father, hopeful child, inventor and explorer, every teacher of morals, every corrupt politician, every “superstar,” every “supreme leader,” every saint and sinner in the history of our species lived there–on a mote of dust suspended in a sunbeam.

The Earth is a very small stage in a vast cosmic arena. Think of the rivers of blood spilled by all those generals and emperors so that, in glory and triumph, they could become the momentary masters of a fraction of a dot. Think of the endless cruelties visited by the inhabitants of one corner of this pixel on the scarcely distinguishable inhabitants of some other corner, how frequent their misunderstandings, how eager they are to kill one another, how fervent their hatreds.

Our posturings, our imagined self-importance, the delusion that we have some privileged position in the Universe, are challenged by this point of pale light. Our planet is a lonely speck in the great enveloping cosmic dark. In our obscurity, in all this vastness, there is no hint that help will come from elsewhere to save us from ourselves.

The Earth is the only world known so far to harbor life. There is nowhere else, at least in the near future, to which our species could migrate. Visit, yes. Settle, not yet. Like it or not, for the moment the Earth is where we make our stand.

It has been said that astronomy is a humbling and character-building experience. There is perhaps no better demonstration of the folly of human conceits than this distant image of our tiny world. To me, it underscores our responsibility to deal more kindly with one another, and to preserve and cherish the pale blue dot, the only home we’ve ever known.

– Carl Sagan (1934-1996)

Literaturtipps:

Carl Sagan: A Pale Blue Dot (Ballantine Books; Auflage: Ballantine Book. 8. September 1997)

Carl Sagan: Cosmos (Ballantine Books; Auflage: Reissue. 12. Oktober 1985)

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Gesichter der Literatur

Die alljährliche holländische Buchwoche wurde letztes Jahr mit ganz besonders cleveren Werbeplakaten beworben. Kreiert von der Werbeagentur Van Wanten Etcetera drehen sich diese Bücher nicht nur um das Leben ihrer Protagonisten, sondern nehmen deren Gestalt an.

Vincent van Gogh

Kader Abdolah

Louis van Gaal

Anne Frank

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REZENSION: Schweigt still die Nacht

BRENNA YOVANOFF – SCHWEIGT STILL DIE NACHT

Originaler Titel: THE REPLACEMENT

Gelesen auf: ENGLISCH

   

Allgemein 

Das Buch erschien im Jahr 2010 und stand auf der New York Times Bestsellerliste. Die Geschichte greift den mythologischen Glauben an Wechselbälger auf, die mit Menschenkindern vertauscht und an deren Stellen in das Kinderbett gelegt werden.

Das Buch

Irgendwas ist faul in der Stadt Gentry. Ein großes, düsteres Geheimnis verbirgt sich in der Erde unterhalb der amerikanischen Kleinstadt, ein Geheimnis das sich auf das Leben aller Bewohner auswirkt. Mackie ist Teil dieses Geheimnisses, denn er ist anders. Kein normales Kind, kein normaler Teenager und er ist krank, schwer krank. Doch niemand spricht es aus, niemand spricht mit Mackie darüber, was hier falsch ist, warum er falsch ist und warum er langsam zu sterben scheint, als würde die Umwelt selbst ihn von ihrer Oberfläche tilgen wollen. Bis er einem von unten begegnet, einem der ist wie er und der ein Gegenmittel gegen Mackies Zustand kennt. Und so lernt er die Welt unterhalb von Gentry kennen, in der Wesen leben, die nicht menschlich sind. Wesen, die so sind wie Mackie, oder noch schlimmer. Mackie entdeckt die Wahrheit hinter den vielen toten Kindern in der Stadt Gentry und er erkennt die Wahrheit die hinter seinem Dasein steckt. Und er versucht alles, um das Unausweichliche zu verhindern.

Meine Meinung

Das Cover ist ein absoluter Blickfang und der Grund, weshalb ich mir das Buch in erster Linie gekauft habe. Naja, auch der U4-Text hat mein Interesse geweckt und ich war gespannt, was denn da „faul“ ist, unterhalb von Gentry. Im Nachhinein kann ich sagen was faul an dem Ganzen ist: die Geschichte selbst. Meist sind Geschichten, die den Leser anfangs verwirren ja nicht schlecht, vorallem dann, wenn man als Rezipient dann ein Aha-Erlebnis nach dem anderen hat und der Knopf mit einem Gefühl der Befriedigung langsam aufgeht. Im Falle von The Replacement war nach zwei Dritteln des Buches der Knopf der Verwirrung schon so fest zugezogen, dass er sich bis zum Ende der Geschichte nicht mehr ganz gelöst hat. Okay, es ist dies eine Geschichte mit einem Ich-Erzähler und man bekommt als Leser nur das mit, was auch Mackie mitbekommt und leider…leider bekommt Mackie nicht viel mit und was er mitbekommt verwirrt nicht nur ihn sondern vorallem den Leser. Das Buch hätte um die Hälfte länger sein können, nämlich um die weggelassene Hälfte mit den ganzen Erklärungen. So viele offene Fragen, so viele angeschnittene aber nicht zu Ende geführte Ideen und Andeutungen, so viele Unklarheiten… da bleibt mir nur eines zu sagen: Es ist wirklich etwas faul mit Gentry…

Ein Satz:

When it came down to basic facts, I was weird and unnatural, and the game only worked as long as everyone else agreed not to see.“ (Seite 51)

Für LeserInnen die…

wirklich mysteriöse Geschichten mögen…

Bewertung:

Mein erster Gedanke lautete: „Uh… das ist geheimnisvoll! Was da wohl dahinter steckt…“ und mein letzter Gedanke lautete: „Hm…das war geheimnisvoll… und was genau steckt da jetzt eigentlich dahinter?“ Die wichtigsten Informations-Happen werden einem dankenswerter Weise ja zugeworfen, aber satt wird man davon leider nicht… deshalb nur:

BRENNA YOVANOFF – THE REPLACEMENT

Taschenbuch: 352 Seiten

Verlag: Razorbill (6. September 2011)

Sprache: Englisch

ISBN-10: 1595143815

ISBN-13: 978-1595143815

Preis: 5,80 Euro

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Ein kleiner Buchtipp

Heute will ich euch wieder ein Buch empfehlen, dass ich schon vor einigen Jahren mit Begeisterung gelesen habe. Es ist dies:

Die Geschichte begleitet den britischen Entdecker Richard Francis Burton (1821-1890) zu wesentlichen Stationen seiner außergewöhnlichen Biografie.

Burton war als Beamter im kolonialisierten Indien, er war der erste Europäer, der als Muslim verkleidet auf Pilgerfahrt nach Mekka ging (wofür er sich sogar beschneiden ließ) und er ging auf Entdeckungsreise nach Afrika, um die Quellen des Nils zu finden. Es ist dies jedoch keine langweilige Biografie voller Zahlen und Fakten, es ist ein Lebensbericht voller Weisheit und kleiner “Augenöffner”.

Ausnahmsweise diesmal etwas mehr als 1 Satz:

Kein Mensch wird Gott wirklich begegnen. Denn was würde geschehen? Seine Persönlichkeit würde sich auflösen, er würde in Gott aufgehen. Kein ICH mehr, keine Zukunft mehr, er würde ins Ewige übertreten. Wer würde schon ein Mensch bleiben wollen, wenn er in Gott sein könnte. (Der Weltensammler, S. 516)

Dass wir suchen wollen, aber auf gar keinen Fall finden. Genau das habe er ein Leben lang getan, sagte er. Er habe überall gesucht, die meisten Menschen hingegen, die würden immer wieder in denselben Topf blicken. (Der Weltensammler, S. 516)

R. F. Burton, Kasidah VIII, 9:

Do what thy manhood bids thee to,

From none but self expect applause:

He noblest lives and noblest dies

Who makes and keeps his self-made laws.

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