Für den 14. Juni – in knapp 2 Wochen – ist meine Magisterprüfung angesetzt. Das ist dann voraussichtlich mein letzter Tag auf der Uni. Wehmütig wird mir, wenn ich daran denke (und die aufkommende Nervosität angesichts der großen Prüfung kurz beiseite schiebe). Einige an meiner Stelle haben oder hatten zu diesem Zeitpunkt wohl schon einen Plan für die Zukunft. Ich nicht. Zweifel und Ungewissheit ersetzen momentan einen Plan bei mir. Meine Schwester hat mir heute einen Artikel aus der Yale Daily News geschickt. Von einer 22-jährigen Absolventin. 2012 hätte “ihr” Jahr werden sollen – wie es hoffentlich auch “mein” Jahr wird. Ein Autounfall kurz nach dem Abschluss beendete ihr Leben.
Man braucht keinen Plan. Man braucht nur Zuversicht, Mut und Motivation, den Glauben an sich selbst und am wichtigsten: Familie und Freunde.
Hier ist der Artikel von Marina Keegan:
Quelle: YaleDailyNews
KEEGAN: The Opposite of Loneliness
The piece below was written by Marina Keegan ’12 for a special edition of the News distributed at the class of 2012′s commencement exercises last week. Keegan died in a car accident on Saturday. She was 22.
We don’t have a word for the opposite of loneliness, but if we did, I could say that’s what I want in life. What I’m grateful and thankful to have found at Yale, and what I’m scared of losing when we wake up tomorrow and leave this place.
It’s not quite love and it’s not quite community; it’s just this feeling that there are people, an abundance of people, who are in this together. Who are on your team. When the check is paid and you stay at the table. When it’s four a.m. and no one goes to bed. That night with the guitar. That night we can’t remember. That time we did, we went, we saw, we laughed, we felt. The hats.
Yale is full of tiny circles we pull around ourselves. A cappella groups, sports teams, houses, societies, clubs. These tiny groups that make us feel loved and safe and part of something even on our loneliest nights when we stumble home to our computers — partner-less, tired, awake. We won’t have those next year. We won’t live on the same block as all our friends. We won’t have a bunch of group-texts.
This scares me. More than finding the right job or city or spouse – I’m scared of losing this web we’re in. This elusive, indefinable, opposite of loneliness. This feeling I feel right now.
But let us get one thing straight: the best years of our lives are not behind us. They’re part of us and they are set for repetition as we grow up and move to New York and away from New York and wish we did or didn’t live in New York. I plan on having parties when I’m 30. I plan on having fun when I’m old. Any notion of THE BEST years comes from clichéd “should haves…” “if I’d…” “wish I’d…”
Of course, there are things we wished we did: our readings, that boy across the hall. We’re our own hardest critics and it’s easy to let ourselves down. Sleeping too late. Procrastinating. Cutting corners. More than once I’ve looked back on my High School self and thought: how did I do that? How did I work so hard? Our private insecurities follow us and will always follow us.
But the thing is, we’re all like that. Nobody wakes up when they want to. Nobody did all of their reading (except maybe the crazy people who win the prizes…) We have these impossibly high standards and we’ll probably never live up to our perfect fantasies of our future selves. But I feel like that’s okay.
We’re so young. We’re so young. We’re twenty-two years old. We have so much time. There’s this sentiment I sometimes sense, creeping in our collective conscious as we lay alone after a party, or pack up our books when we give in and go out – that it is somehow too late. That others are somehow ahead. More accomplished, more specialized. More on the path to somehow saving the world, somehow creating or inventing or improving. That it’s too late now to BEGIN a beginning and we must settle for continuance, for commencement.
When we came to Yale, there was this sense of possibility. This immense and indefinable potential energy – and it’s easy to feel like that’s slipped away. We never had to choose and suddenly we’ve had to. Some of us have focused ourselves. Some of us know exactly what we want and are on the path to get it; already going to med school, working at the perfect NGO, doing research. To you I say both congratulations and you suck.
For most of us, however, we’re somewhat lost in this sea of liberal arts. Not quite sure what road we’re on and whether we should have taken it. If only I had majored in biology…if only I’d gotten involved in journalism as a freshman…if only I’d thought to apply for this or for that…
What we have to remember is that we can still do anything. We can change our minds. We can start over. Get a post-bac or try writing for the first time. The notion that it’s too late to do anything is comical. It’s hilarious. We’re graduating college. We’re so young. We can’t, we MUST not lose this sense of possibility because in the end, it’s all we have.
In the heart of a winter Friday night my freshman year, I was dazed and confused when I got a call from my friends to meet them at EST EST EST. Dazedly and confusedly, I began trudging to SSS, probably the point on campus farthest away. Remarkably, it wasn’t until I arrived at the door that I questioned how and why exactly my friends were partying in Yale’s administrative building. Of course, they weren’t. But it was cold and my ID somehow worked so I went inside SSS to pull out my phone. It was quiet, the old wood creaking and the snow barely visible outside the stained glass. And I sat down. And I looked up. At this giant room I was in. At this place where thousands of people had sat before me. And alone, at night, in the middle of a New Haven storm, I felt so remarkably, unbelievably safe.
We don’t have a word for the opposite of loneliness, but if we did, I’d say that’s how I feel at Yale. How I feel right now. Here. With all of you. In love, impressed, humbled, scared. And we don’t have to lose that.
We’re in this together, 2012. Let’s make something happen to this world.
Quelle: YaleDailyNews







Ich drück die für die Prüfung die Daumen, das wird, denn der Tag ist mein Geburtstag.
Das ist immer ein guter Tag!
Der Artikel hat mir gerade eine Gänsehaut beschert und ich muss immer wieder an meine Zweifel denken. Ich habe das Studium ja hinter mir und mich ins nächste Abenteuer gestürzt und ich habe immer noch Zweifel. Aber manchmal denke ich auch: das ist nicht alles und auch die Arbeit ist nicht alles. Es gibt immer noch Dinge im Leben, die wichtiger sind und für die es sich lohnt auch Zeit zu nehmen.
Danke für den Post!
Danke, ich bin schon sehr nervös. Ich hoffe doch, dass man irgendwann im Leben da ankommt, wo man sein will.
Ich werde an dich denken! Ich kenne das Gefühl, bei mir ist es ja erst ein Jahr her, seit ich in der Situation war!
Ja, das hoffe ich auch. Ich habe momentan für mich das Gefühl, dass das hier noch nicht alles ist, was ich möchte und wo ich hin möchte.
Wenigstens sind wir noch jung und es reicht ja, denke ich, wenn man zufrieden ist. Glück ist nur eine Momentaufnahme.
Genau das denke ich auch.
Zufriedenheit ist definitiv sehr wichtig. Mein Opa ist da mein großes vorbild: er war immer mit dem, was er hatte, zufrieden und ich glaube nur aus dem Grund sieht er heute noch nicht aus wie 82 und ist fit wie ein Turnschuh.
Haha, ja ich glaube von den früheren Generationen (v.a. den Kriegs- und Nachkriegsgenerationen) kann man doch einiges lernen. Ich bin der Meinung, dass sich die mentale Einstellung durchaus auf das körperliche Befinden auswirkt. Das sieht man wohl auch an deinem Opa
Als ich den Artikel von Marina Keegan gelesen habe, bin ich doch sehr nachdenklich geworden. Diese Frau war erst 22 Jahre alt und doch strotzt der Artikel nur so vor Lebenserfahrung und Lebensmut. Hier wird uns mal wieder vor Augen gehalten, wie kurz das Leben doch wirklioch ist und das man jede Sekunde ausnutzen soll und auch muss.
Bei deinen Worten bin ich auch überzeugt, das du deinen Weg gehen wirst. Dabei ist der Galubne an dich das wichtigste. Zweifel nie an dir und schau nach vorne.
Ich selber habe m it 42 Jahren festgestellt, das ich nicht mehr mit mir und meinem Job zufrieden bin und habe eine Ausbildung zum Fachinformatiker angefangen. Es war sehr schwer für mich, wieder lernen zu müssen, aber ichhatte die Motivation , den Glauben an mich und vor allem die Zuversicht, das ich es schaffen kann und es auch schaffen will. Nun b in ich ein jahr dabei und ich bin super zufrieden. In einem Jahr hab ich Prüfung, aber auch diese werde ich schaffen, genauso, wie du deinen Weg gehen wirst.
Gruß
Chris
Ja da stimme ich dir völlig zu. Man sollte wohl jede Sekunde im Leben genießen und nützen.
Ich finde das sehr beeindruckend von dir, dass du mit 42 noch mal einen neuen Lebensweg eingeschlagen und praktisch von vorne angefangen hast. Das finde ich bemerkenswert und es zeigt mir, dass nichts für immer sein muss und man immer noch eine andere Richtung einschlagen kann, wenn man unzufrieden ist! Danke für dein Kommentar und weiterhin alles Gute mit der Ausbildung und der Prüfung in einem Jahr.
Liebe Grüße,
Cornelia
Da bin ich wieder. ich werde deinen Blog auf jeden Fall regelmäßig besuchen, weil die Art, wie Du schreibst, sehr angenehm ist.
Auch werde ich dir dann berichten, wie es mit der Ausbildung ausgegangen ist
Mir fällt grad ein Titat von Charles Péguy ein, das sehr gut zum Thema passt und das ich verdammt gut finde.
” Nur durch die Hoffnung bleibt alles bereit, immer wieder neu zu beginnen.”
LG Chris
Das freut mich, wenn du öfters vorbeischaust! Ja gerne, halt mich auf dem Laufenden über deine Ausbildung!
Das Zitat kannte ich noch gar nicht! Sehr passend
lgC
Ich finde es sehr schade, das es um diesen Text so ruhig geworden ist und das scheinbar niemanden mehr kümmrt
Das ist wohl ein Symptom unserer schnelllebigen Gesellschaft – vor allem im Internet.
ja da geb ich dir recht. Leider ist das so. Ich lese den Beitrag sehr oft durch, vor allem, wenn bei mir etwas nicht so funktioniert wie es soll. Das gibt mir dann Kraft und es geht weiter
Chris
Wer mich auch sehr beeindruckt ist Aimee Copeland.
Diese junge Frau ist 24 Jahre jung und doch schwer vom Schicksal geschlagen.
Im Mai dieses Jahres verletzte sich Aimee bei einer Kajakfahrt an einer Seilbahn. Die Wunde wurde versorgt und genäht. Leider hat sich in die Wunde ein Bakterium namens Aeromonas hydrophila eingenistet. Normalerweise verursacht dieses Bakterium nur Durchfall, doch wird dieses Bakterium nicht entdeckt, kann es sich im ganzen Körper ausbreiten. Dies ist hier geschehen. Daher mussten dieser jungen Frau beide Hände, ein Bein und ein Fuß amputiert werden. Der Anfangs kritische Gesundheitszustand wurde von kritisch auf gut eingestuft.
Ich zolle dieser jungen Frau für Ihren Lebensmut und Lebenswillen jeglichen Tribut. Sie gibt die Hoffnung nicht auf, denn bei einem ersten Ausflug mit Ihren Eltern lächelt Sie in die Kamera. Wo nimmt diese junge Frau diese Stärke her?
Sie kann sehr wahrscheinlich in der nächsten Woche das Krankenhaus verlassen und hat schon jetzt enorme Pläne für die Zukunft. Dazu gehört, das Sie Ihren Abschluss machen möchte und Sie will am ende dieses Jahres wieder laufen können, auch wenn es nur mit Prothesen ist.
Ich kann nur sagen, Aimme, du hast meinen ganzen Respekt.
Wer mehr über Aimee erfahren möchte, kann das auf Ihrer Webseite machen, die Ihr Vater ins Leben gerufen hat
http://aimeecopeland.com
Grüße
Chris