Saluti da Venezia

oder

“La Serenissima”

2. – 4. Mai 2012

Nachdem ich nun in den letzten Tagen der Lagunenstadt Venedig meinen 5. Besuch abgestattet habe, möchte ich euch ein bisschen davon erzählen. Lustigerweise war ich bisher noch nie aus eigenem Antrieb in Venedig: 2 Mal habe ich die Stadt mit der Schule besucht (im Rahmen des Italienischunterrichts) und 3 Mal war der Besuch ein Geschenk meiner Familie an meine Mutter, die diese Stadt liebt.

Ich möchte euch jetzt also ein bisschen meine Eindrücke nach 5 Besuchen schildern und diese mit ein paar Tipps aus meinen Erfahrungen bereichern. Ich werde hier nicht viel über die einzelnen Sehenswürdigkeiten oder die Geschichte der Stadt schreiben – das steht in jedem Reiseführer – sondern mich eher auf meine persönlichen Erfahrungen und Tipps konzentrieren. Ein paar schöne Fotos habe ich natürlich auch!

Mein erster Besuch der Stadt (was wohl schon 15 Jahre her ist) beschränkte sich auf die typischen Touristenziele (San Marco, Rialto, Gondelfahrt), der zweite Besuch mit meiner Familie führte mich ebenfalls zu diesen Attraktionen und zusätzlich noch auf die Insel der Glasbläser: Murano (die Insel nordöstlich von Venedig auf der Karte oben). Dort kann man die Glaswerkstätten besichtigen und bei der Produktion zusehen und natürlich ein paar wertvolle Stücke erwerben.

Mein Tipp für Murano: niemals die von Hotels angebotenten Gratisüberfahrten zur Insel nutzen, diese sind zwar meist mit Führungen verbunden, anschließend ist man jedoch extrem aufdringlichen Verkaufsvorführugen und Verkäufern ausgesetzt. Lieber mit dem Vaporetto selbst hinfahren und auf eigene Faust erkunden!

Die beiden Schulausflüge waren ebenfalls sehr eingeschränkt, was die Besichtigungsmöglichkeiten angeht. Eine der beiden Schulreisen führte mich jedoch genau zum Carneval in die Stadt. Ein sehr schönes Erlebnis, die bunten Masken am Piazza di San Marco zu sehen und sich drunter zu mischen. Überall werden solche traditionellen Masken verkauft und Künstler bieten sehr schöne Gesichtsbemalungen an. Jedoch tummeln sich zu dieser Zeit extrem viele Touristen in der Stadt.

Mein Tipp für den Carneval in Venedig: Seid auf Menschenmassen vorbereitet – besonders bei den Hauptattraktionen (San Marco, Rialto und die Gässchen dazwischen). Seid vorsichtig mit euren Wertsachen. Besser keine Rucksäcke. Die Taschendiebe gehen recht schlau vor, wie ich am eigenen Leib erleben durfte: sie sind ebenfalls verkleidet, haben lange Umhänge und nützen es aus, dass sich zahlreiche Touristen mit den “professionellen” Masken fotografieren lassen. Mir hat einer seinen Umhang um die Schultern geworfen und darunter versucht meinen Rucksack zu öffnen. Ich hatte ihn zum Glück mit einem Sicherheitsschloss verschlossen, sodass er schnell aufgab und in der Menge verschwand. Das geht sehr, sehr schnell. Außerdem: kauft Masken und dergleichen nicht direkt am Markusplatz. Dort ist alles teurer (auch der Kaffee oder der Snack für zwischendurch lässt euch preislich die Haare zu Berge stehen)

Mein letzter Besuch, von dem ich gerade erst zurückgekehrt bin, war bisher auch mein längster in der Stadt: 3 Tage (2 Übernachtungen).

Lido

Wir haben am Lido di Venezia (auf der Karte im Süden von Venedig zu sehen) übernachtet – was ich unbedingt empfehlen würde. Dorthin gelangt man mit dem Auto mit einer Fähre von Mestre (Hafen) aus. Die Fahrt dauert etwa 35 Minuten und man fährt an Venedig vorbei und kann die Stadt bewundern. Der Lido bietet u.a. zahlreiche Hotels, Restaurants, Golfplatz und einen Gratis-Badestrand.

auf der Fähre zum Lido

   

Unsere Unterkunft war die B&B Residence Oasis, welche von einer Deutschen geführt wird. Das Hotel ist wunderbar direkt am Meer gelegen, zwischen Fährenhafen und Vaporettostation mit Blick übers Meer direkt zum Markusplatz. Dieses Hotel kann ich unbedingt empfehlen, die Preise sind okay und die Räumlichkeiten mit allem Nötigen ausgestattet, sauber, geräumig, hell und haben fast alle Meerblick. Bucht man direkt dort, sind die Preise übrigens günstiger als über irgendwelche Portale. Es gibt von der 2-Bett-Suite bis zum vollausgestatteten 6 Personen Appartement alle Varianten.

B&B Residence Oasis, Lido di Venezia

Ich genieße die Aussicht von unserem Appartement rüber nach Venedig

Ausblick vom Appartement

Lido di Venezia

Den Pier entlang am Lido, Richtung Hotel

Lido Strand

Lido Strand

VENEDIG

Vom Lido gelangt man mit dem venezianischen Bus, dem Vaporetto (natürlich ein Boot), in etwa 10-15 Minuten direkt nach Venedig. Die Überfahrt vom Lido zur ersten Venedig-Station (S. Elena) kostet etwa 3 Euro, fährt man weiter kostet die Fahrt in eine Richtung (gültig 60 Min.) 6,50 Euro. Nur etwa 2-3 Stationen nach S.Elena kann man beinahe direkt beim Piazza di San Marco aussteigen und ist im touristischen Zentrum.

Vaporetto-Überfahrt nach Venedig. Vorne: Campanile und Dogenpalast

Mein Tipp für die Mobilität in Venedig, v.a. vom Lido aus: Fahrt ihr mit dem Vaporetto und habt vor, es öfters zu benutzen, dann kauft euch wenn möglich eine 12 Stundenkarte (oder 24 Stunden etc., je nachdem wie lange ihr dort seid). Die 12h-Karte kostet 16 Euro (vom Lido nach Venedig und zurück mittels Einzelfahrten kostet im Vergleich 13 Euro), mit dieser Karte könnt ihr auch am Lido mit den Bussen fahren. Natürlich solltet ihr die Gässchen in Venedig unbedingt zu Fuß erkunden, jedoch führen über den Canal Grande nur 4 Brücken und es lohnt sich unbedingt, den Kanal mit dem Vaporetto von vorne bis hinten abzufahren – so könnt ihr die schönsten Palazzi an der “Hauptstraße von Venedig” in Ruhe und (wenn das Boot nicht zu voll ist) sitzend bewundern. Außerdem seht ihr so recht viel von der Stadt und könnt wie ihr Lust habt ein- und wieder aussteigen.

Mein Tipp für einen schönen Überblick: Setzt euch ins Vaporetto mit der Nummer 1 (Linie 1), dieses bleibt überall am Canal Grande stehen und fährt schön langsam jede Station ab bis zum Lido und wieder zurück. Steigt entweder schon am Lido, oder am Markusplatz bzw. an der Endstation in der anderen Richtung (glaube die heißt Le Roma oder so ähnlich) ein, sucht euch einen guten Platz und fährt den ganzen Kanal ab. Fast alle berühmten Palazzi und zahlreiche andere bedeutende Gebäude sind am Canal Grande und können so bequem bewundert werden. Außerdem seht ihr so recht viel von der Stadt und fährt auch unter der Ponte Rialto durch. Wenn das Boot nicht zu voll ist, entgeht ihr damit auch den Menschenmassen. Das ist auch wesentlich günstiger als mit dem Taxiboot oder einer Gondel (30 Min. kosten etwa 80 Euro).

Fahrplan der Vaporetti – zum Vergrößern klicken

Piazza di San Marco mit Campanile di San Marco und Dogenpalast

Nachdem wir den Ankunftstag zur Erkundung des Lidos nutzten, fuhren wir am 2ten Tag zeitig rüber nach Venedig.

2. Tag: Die Stadt und die gängigen Attraktionen

Mit dem Vaporetto (12h-Karte) vom Lido bis San Zaccaria (nähe Markusplatz). Markusplatz, Besichtigung des Dogenpalasts, der Seufzerbrücke und des Gefängnisses, danach zu Fuß zur Ponte Rialto, von dort mit dem Vaporetto bis zum Bahnhof, dort in der Nähe in einer Mensa zu Mittag gegessen, danach mit dem Vaporetto zurück bis S. Tomo, von dort zur Frari-Kirche, diese besichtigt. Ein Gelatto geschleckt, dann von S. Tomo mit dem Vaporetto bis Ca´Rezzonico. Zu Fuß zur Kirche Santa Maria Della Salute. Einmal herumspaziert. Dann zu Fuß zum Peggy Guggenheimmusem – dieses besichtigt. Dann von Ca´Rezzonico mit dem Vaporetto zurück zum Lido. Beim Billa eine italienische Jause (Parmesan, Prosciutto etc.) eingekauft. Am Pier entlang zum Hotel spaziert, im Appartement zu Abend gegessen und den Sonnenuntergang dabei vom Fenster aus bewundert. Steinmüde ins Bett gefallen.

Was wir gesehen haben…

Campanile, Dogenpalast

Auf diesem Bild sieht man die gestapelten Stege, welche bei Hochwasser aufgestellt werden, um die Begehung des Platzes trockenen Fußes zu ermöglichen.

Markusplatz. Geradeaus: Basilica di San Marco. Links: Leute die sich für Besichtigung derselben anstellen… darauf haben wir verzichtet.

Basilica

Dogenpalast

Seufzerbrücke

Uhrenturm (Torre dell’Orologio) am Piazza di San Marco

Basilica

Piazza di San Marco

  

   

Im Dogenpalast (Palazzo Ducale – Eintritt für Studenten 8 Euro, Ticket gilt auch für Museo Correr, Museo Archeologico und Sale Monumentali Biblioteca Marciana):

  

Treppe der Giganten, Dogenpalast

      

Aussicht durch ein Fenster der Seufzerbrücke

Dächer von Venedig

Unterwegs zur Ponte Rialto…

Das gehört den Zeugen Jehovas

Gondoliere

Die Massen bei der Rialto (irgendwo da drinnen ist mein Freund verschwunden…)

Ponte Rialto

Blick in zweiter Reihe von der Rialto

Von der Rialto flüchteten wir uns ins Vaporetto und dann gings gemütlich den Canal entlang…

Rialto vom Vaporetto aus

Die Kräne überall in der Stadt fallen immer wieder auf, es wird ständig gegen den Verfall angekämpft und renoviert/restauriert.

Bei der Frari-Kirche (Eintritt für Studenten 1,50 Euro)…

Kirche Santa Maria Gloriosa dei Frari

Dort fanden wir auch ein nettes Geschäft mit Murano-Glas, Masken und dergleichen. Es war geschlossen, am nächsten Tag jedoch offen und wir kauften ein paar Souvenirs…

  

  

und weiter zur Santa Maria della Salute…

Santa Maria della Salute

In der Nähe stand eine moderne, seltsame Statue eines nackten Jungen mit Frosch, die strengstens bewacht wurde… ich glaube nicht, dass die jemand geklaut hätte ;)

Nach einem Besuch im Peggy Guggenheim-Museum (Eintritt Studenten 7 Euro) ließen wir den Abend dann am Lido schön ausklingen… und hatten auch noch das Glück ein Kreuzfahrtschiff (die Regent) auf ihrer Fahrt aufs Meer hinaus an unserem Appartementfenstern vorbeiziehen zu sehen… sehr imposant:

3. Tag: ein paar Wege abseits

Mit dem Vaporetto wieder bis S. Toma und von dort erkundeten wir dann die engen Gässchen der Stadtteile San Polo und Santa Croce, besichtigten die Scuola Grande di San Rocco neben der Frari-Kirche, erfreuten uns an einigen Köstlichkeiten bei der Bäckerei/Konditorei Majer, genossen ein Eis, kauften Souvenirs und machten uns schließlich auf die Heimfahrt.

Tipp für einen Blick hinter die Kulissen: Ich kann jedem empfehlen – wenn die Zeit dafür da ist – die weniger touristischen Gebiete der Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Sich vielleicht sogar ein bisschen zu verlaufen (man kommt immer irgendwann an den Canal Grande), den Briefträgern bei ihrer Arbeit zusehen, wie sie die Post in Ziehwägelchen über die unzähligen Stufen der noch mehr unzähligen Brückchen schleppen, den Fischmarkt zu riechen und sich einen Apfel bei den Gemüse-und Obstmärkten auf Booten zu kaufen.

              

       

Mittagspause bei Majer, in der rio terá Canal

Mein Tipp fürs Essen: Sucht euch Plätze abseits der Touristenzentren. Das Essen ist dort meist günstiger. Kauft euch – wenn ihr eher sparsam sein wollt – für tagsüber Jause und Getränke in den Supermärkten. Die Venezianer verstehen sich auf Fischgerichte und Meeresfrüchte, was Fleischspeisen angeht, findet sich nichts Weltbewegendes, was ich so gekostet habe. Der Kaffee ist übrigens oft günstiger, wenn ihr ihn im Stehen trinkt. Und: NIE am Markusplatz etwas konsumieren, die Preise dort sind horrend. Es gibt eine Bäckerei-Konditorei die Majer heißt, dort könnt ihr die köstlichsten Süßspeisen, Mousse und Pizzen, Strudel etc. essen – auch warm! Der Kaffee kostet im Stehen 80 Cent… Wenn ihr eine seht, zögert nicht, es lohnt sich! In der Nähe vom Bahnhof (steht ihr davor mit Blick auf das Gebäude, geht nach rechts) bei der Kirche S. Lucia vorbei gibt es in einer Gasse eine Art Mensa mit Selbstbedienung wo man schnell, ganz gut und günstig Essen kann. Vorne zum Eingang hin sieht es aus wie eine Bäckerei, nach hinten angeschlossen ist jedoch die Mensa. Dort essen viele Schüler, Angestellte etc.

Campo Santa Margherita

c.po. S.ta Margherita

  

Eintritt Studenten 6 Euro

Nach der Besichtigung der wunderbaren Gemälde in der Scuola Grande kauften wir noch einige Souvenirs und machten uns dann auf den Heimweg. Auf dem Rückweg und von der Fähre aus Richtung Mestre habe ich noch einige Eindrücke festgehalten.

Zum Schluss muss ich noch etwas widerlegen: Viele sagen, Venedig stinke – eine Behauptung die ich in meinen 5 Besuchen dort noch nicht bestätigen konnte. Tatsächlich wird man vielleicht etwas abgeschreckt bei der Anreise vom Geruch, der einem in Mestre beim (Güter-)Hafen entgegenschlägt, der bleibt jedoch am Festland und Venedig selbst riecht nicht anders als jede gepflegte, saubere Stadt in der sich eben viele Menschen tummeln. Die einzige Belästigung meiner Nase in Venedig fand statt, als wir an den WC-Boxen einer Baustelle vorbeigingen.

Wie dem auch sei, Venedig ist schön und ich kann es jedem Kultur-, Kunst-, Architektur- und Geschichtsinteressierten empfehlen.

Mein letzter Tipp, um den Menschenmassen ein wenig zu entgehen: Erstmal außerhalb der Saison besuchen. Und: Wenn ihr die Möglichkeit habt, euch mehrere Tage in der Stadt aufzuhalten, versucht die zentralen Attraktionen vor bzw. nach den allgemeinen Öffnungszeiten der Museen etc. zu besuchen. Die Tagesbusreise-Touristen kommen meist um 9-10 Uhr und sind dann ab etwa 18 Uhr wieder weg. Danach bzw. davor lichtet sich das Feld etwas… und seid ihr früh da, sind die Warteschlangen vor den Museen auch noch nicht sooo lang ;)

Zum Schluss noch ein paar schöne Impressionen…

         

Die einzige weibliche Gondoliera in ganz Venedig! Sie hat sich das Recht gerichtlich erkämpft und wir haben sie zufällig gesehen

Santa Maria del Rosario

San Giorgio Maggiore

   

Einmal Boot volltanken für 820 Euro…

Die großen Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Mestre

Die Costa Fascinosa. Das Ersatzschiff für die gekenterte Costa Concordia. Die C. Fascinosa startete ihre Jungfernfahrt von Venedig aus einen Tag nach unserer Abreise.

Die Regent vor ihrer Abfahrt

Die Skyline von Venedig

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6 Antworten zu Saluti da Venezia

  1. Jenny schreibt:

    Wow das sind schöne Fotos!
    Ich bin ganz Fasziniert vom Murano-Glas ;D
    Lg
    J

  2. Claudia Rollins schreibt:

    Vielen Dank – wunderschöne Bilder und toller Bericht.
    Wäre so gerne dabei gewesen!
    Lg Claudia

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